Bürgerstiftung Königs Wusterhausen - Von Bürgern für Bürger

Projektbeschreibung

Oktober 2025

Wir möchten für die Kinder der Grundschulen in unserer Stadt Demokratie erlebbar machen. Unsere Bürgermeisterin der Stadt Königs Wusterhausen als unsere Schirmherrin hat uns nach einem selbst durch sie organisierten Besuchstag der zweiten bis vierten Klassen der Grundschule des Ortsteils Senzig auf den Bedarf erlebbarer Demokratie aufmerksam gemacht.

Hier der Text der dazugehörigen Pressemitteilung der Stadt Königs Wusterhausen vom 27.03.2025:

"Demokratietag: Grundschüler besuchen das Rathaus Königs Wusterhausen
Anlässlich des Demokratietags besuchten die Kinder der Grundschule Senzig das Rathaus. Bürgermeisterin Michaela Wiezorek begrüßte die Grundschüler und beantwortete ausführlich die vielen, zahlreichen Fragen. „Wie wird eine Bürgermeisterin gewählt? Welche Hobbys hat sie? Hat sie noch Zeit für Familie? Wie sieht ein typischer Arbeitstag einer Bürgermeisterin aus?"
Anschließend gab Ilka Voth, Amtsleiterin für Beteiligung, Presse und Kultur, den Schülerinnen und Schülern der 2. 3. und 4. Klassen einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen. Dabei erklärte sie: „Wir leben in einer Demokratie – das bedeutet, man hat eine Meinung und kann diese auch öffentlich vertreten."
Die Kinder erfuhren, dass im Kern 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung tätig sind, insgesamt jedoch rund 700 Menschen für die Stadt arbeiten. Den Grundschülern wurde erklärt, wie breit gefächert die Aufgaben der Stadtverwaltung sind – von der Betreuung in Kitas über den Einsatz der Feuerwehr bis hin zu den Dienstleistungen des Einwohnermeldeamts.
Beim gemeinsamen Gespräch im Sitzungssaal wurde die Frage gestellt, welche Aufgaben hier wohl erledigt werden. Matti aus der 4. Klasse hatte eine klare Antwort: „Hier wird diskutiert, was der nächste Schritt für Königs Wusterhausen ist."

Demokratie erleben – spielerisch und praxisnah
Im Anschluss schlüpften die Kinder in die Rolle von Bürgerinnen und Bürgern und trugen in einem Rollenspiel ihre Anliegen vor – wie bei einer echten Einwohnersprechstunde der Stadtverordnetenversammlung. Die Wünsche waren vielseitig: längere Ferien, nur eine Schulstunde pro Woche oder mehr Pausenzeiten. Doch es kamen auch ernsthafte Fragen auf: Was passiert mit den Spielplätzen? Warum wurde das Restaurant in Waldesruh umbenannt? Woher kommt das Geld für Schulen und Straßen? Und wann wird das nächste Mal gewählt?

Später übernahmen die Kinder selbst die Rolle der Stadtverordneten. Vor ihnen stand eine knifflige Entscheidung: Soll das Geld für eine neue Schaukel auf dem Schulhof ausgegeben werden oder lieber für ein großes Schulfest? Nach einer kurzen Diskussion war das Ergebnis klar – die Mehrheit entschied sich für das Fest. Ein anschauliches Beispiel für demokratische Prozesse.

Einblick in die Stadtverwaltung
Zum Abschluss erkundeten die Schülerinnen und Schüler bei einem Rundgang das Rathaus und besuchten verschiedene Abteilungen. Besonders begeistert waren sie vom Büro der Bürgermeisterin, dem Archiv, dem Standesamt, dem Bürgerservice und der Stadtkasse. Ein Highlight war der Blick in den Tresor der Stadt, in dem kleine „Schätze" auf die Kinder warteten.

Wir danken allen Beteiligten und freuen uns auf den nächsten Besuch der jungen Demokratinnen und Demokraten unserer Stadt."

Aufgrund der sehr positiven Resonanz der Kinder ist bei uns die Idee geboren, ein Demokratieprojekt für die Kinder aller Grundschulen in der Stadt anzubieten, was neben der städtischen Ebene auch die Landespolitik in den Blick nehmen soll. Hier möchten wir auf die im Rahmen unseres im Jahr 2023 durchgeführten Demokratieprojekts für Erwachsene gesammelten Erfahrungen zurückgreifen. Denn sehr oft werden die unterschiedlichen Zuständigkeiten für Entscheidungen durcheinander gebracht. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Schulen: Während für die Gebäude und Außenanlagen der Schulträger, also bei Grundschulen die Stadt Königs Wusterhausen, zuständig ist, entscheidet das Land Brandenburg über die Unterrichtsinhalte und trägt auch die Verantwortung für das Lehrpersonal.

Die Kinder sollen Argumentieren beobachten und lernen sowie das Bilden und Aushalten von Mehrheiten als demokratischen Prozess erleben. Sie sollen demokratische Prozesse verstehen und hinterfragen, Verständnis für eigene Meinungsbildung, Faktencheck und politische Arbeit entwickeln. Damit soll mehr Interesse und Verständnis am Wert von Demokratie geweckt werden. Wir wollen aufzeigen, wie wichtig Verantwortungsübernahme für ein gelungenes Miteinander ist. Durch das eigene Erleben werden die Kinder ihre Erfahrungen in die Familien und ihre Umgebung einbringen und damit die Demokratie in der Gesellschaft stärken.

Wie planen wir die Umsetzung des Projekts?
Die Kinder der 5. Klassen der Grundschule Erich Kästner und der Grundschule-Wilhelm-Busch in Königs Wusterhausen sollen als erste Grundschulen an dem Projekt teilnehmen. Wir haben die Kinder dieser Grundschulen ganz bewusst als vorrangigste Zielgruppe ausgewählt, da sich im Einzugsbereich dieser beiden Schulen das sogenannte „Neubaugebiet" der Stadt Königs Wusterhausen mit den DDR-Plattenbauten befindet. Dort leben im Verhältnis zu anderen Ortsteilen der Stadt mehr kinder mit Migrationshintergrund und aus schwierigeren sozialen Verhältnissen. Gerade für diese benachteiligten Schülerinnen und Schüler ist das Vertrauen in die Demokratie besonders hervorzuheben. Sollten ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, kann das Projekt auf die 5. Klassen aller städtischen Grundschulen erweitert werden. Bestenfalls kann eine Fortsetzung in folgenden Schuljahren erfolgen, um das Demokratiebewusstsein weiter zu festigen. Das ist aus unserer Sicht so früh wie möglich nötig, um der politischen Verdrossenheit, der allgemeinen Unzufriedenheit mit Politik entgegen zu wirken.

Als erster Projekttag ist ein Besuch im Rathaus bei der Bürgermeisterin der Stadt Königs Wusterhausen unter Beteiligung von Stadtverordneten geplant, bei dem die Kinder ähnlich wie in dem bereits durchgeführten Demokratietag der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Senzig Demokratie hautnah erleben werden. Im Rahmen eines zweiten Projekttages ist ein Besuch im Landtag Potsdam geplant, bei dem die Kinder mit Landtagsabgeordneten ins Gespräch kommen sollen und auch anhand von Beispielen Demokratie erlebbar gemacht werden wird. Die beiden Projekttage werden zusammen mit den Lehrkräften der Grundschulen vor- und nachbereitet. Die dafür erforderlichen Kontakte zu den Grundschulen bestehen bereits durch die gemeinsame Durchführung des Projekts „Helden oder Feiglinge", zu den Mandatsträgern der kommunalen Ebene und des Landtages durch das für Erwachsene durchgeführte Demokratieprojekt.

Wie ist die Finanzierung des Projekts geplant?
Da es sich bei den beiden Grundschulen um jeweils dreizügige Schulen mit etwa 70 bis 80 Kindern in der 5. Klassenstufe handelt, müssen die Kinder jeweils auf 2 Gruppen aufgeteilt werden. Damit sind 4 Projektdurchgänge durchzuführen. Kosten entstehen durch die notwendige Nutzung eines Busses für die Fahrt nach Potsdam zum Landtag.

Gütesiegel für Bürgerstiftungen Initiative Transparente Zviilgesellschaft Bürgerstiftungen für Demokratie, Menschwürde und Vielfalt Bundesverband Deutscher Stiftungen

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